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6 häufige Fehler beim Lesen von Nährwertangaben

Nährwertangaben richtig lesen

Instantsuppen, Fertiggerichte oder Backmischungen – gut und günstig? Die Lebensmittelindustrie ist sehr talentiert darin, Produkte als scheinbar gesund und kalorienarm darzustellen, obwohl die Zutatenliste aus zahlreichen Zusatzstoffen besteht und nahezu das gesamte Lebensmitteletikett ausfüllt. Färben, Aromatisieren, Süßen, Emulgieren und Konservieren – und den Verbraucher bewusst täuschen. Damit du nicht länger auf diese Täuschungsversuche hereinfällst, Dickmacher und chemische Stoffe in den Produkten entlarvst, hat dir unsere Ernährungswissenschaftlerin Veronika sechs Fehler beim Lesen von Nährwertangaben zusammengestellt.

Nur auf die Nährwerttabelle achten

Die Nährwerttabelle eines Lebensmittels gibt neben dem Energiegehalt auch Auskunft über Art und Menge der wichtigsten Nährstoffklassen:

  • Kohlenhydrate
  • Fette
  • Eiweiße
  • Ballaststoffe
  • Vitamine und Mineralstoffe
  • Salz

In der Nährwerttabelle werden allerdings keinerlei Angaben zu dem Vorkommen bestimmter Lebensmittelzusatzstoffe (z.B. Aromen, Farbstoffe, Süßstoffe, Geschmacksverstärker) gemacht, weshalb es sehr wichtig ist, auch die Zutatenliste eines Lebensmittels zu studieren. So kann man sehr schnell und einfach herausfinden, ob dem Lebensmittel bestimmte Zusatzstoffe beigefügt wurden.

Von den Namen der Zutaten in die Irre führen lassen

Fachsprachliche biochemische Ausdrücke erschweren es dem Konsumenten, die Zutaten eines Lebensmittels richtig zu deuten. So stecken beispielsweise hinter einfachen Zutaten wie Vitamin B2 oder E Begriffe wie Riboflavin oder Alpha-Tocopherol. Gefährlich wird es bei ungesunden Zuckerquellen, die Lebensmittelhersteller klug hinter Bezeichnungen wie „Zuckerrübensirup“ oder „Maissirup“ verstecken.

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Alle pflanzlichen Fette als gesund einstufen

Palmöl und Palmfett werden aus den Früchten der Ölpalme gewonnen und können trotz ihres pflanzlichen Ursprungs an der Entstehung von Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs beteiligt sein. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung entstehen beim starken Erhitzen von Palmöl und Palmfett krebserregende Fettsäuren (3-MCPD), die in Tierversuchen ab einer bestimmten Dosis Tumore induzierten. Vermeide also bestmöglich den Verzehr von Palmöl und Palmfett, indem du die Zutatenliste genau studierst.

Die Deklaration „Nur natürliche Aromen“ für bare Münze nehmen

Die Deklaration „nur natürliche Aromen“ geht nicht automatisch mit einem gesünderen Lebensmittel einher. „Natürlich“ bedeutet in diesem Rahmen nur, dass Aromen aus Mikroben, Pflanzen oder Tieren stammen können. Im Fall von Erdbeerjoghurt werden die geschmackgebenden Aromen oft nicht aus der eigentlichen Erdbeere gewonnen, sondern aus bestimmten Hölzern. Aromen wie Kokos, Pfirsich oder Himbeere werden häufig in Schimmelpilzkulturen biotechnologisch hergestellt. Sei also gewarnt: Wo Himbeere draufsteht, muss nicht zwangsläufig Himbeere drin sein.

Portionsangaben nicht kritisch hinterfragen

Viele Lebensmittelhersteller benutzen entsprechend winzige Portionsgrößen, um den hohen Kalorien- und Zuckergehalt bestimmter Produkte zu verschleiern. Lass dich nicht täuschen und setze deinen gesunden Menschenverstand ein, wenn du Portionsangaben von Lebensmitteln checkst.

Zuckerangaben falsch interpretieren

Ein hoher Zuckergehalt unter der Kategorie „Kohlenhydrate“ deutet nicht zwangsweise auf ein ungesundes Lebensmittel hin. Die Angabe „Zucker“ in der Nährwerttabelle bezieht sich nämlich nicht nur auf zugesetzten, sondern auch auf natürlich vorkommenden Zucker wie Fruchtzucker (Fructose). Hier gilt also wieder die Devise: Bitte neben der Nährwerttabelle auch die Zutatenliste studieren und überprüfen, ob der hohe Zuckergehalt auf Zuckerzusatz in Form von beispielsweise Maissirup, Glucose-Fructose-Sirup oder Zuckerrübensirup zurückzuführen ist oder auf das Vorhandensein von Obst (Fruchtzucker).

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